Zoff unter Palmen – Was tun bei Streit im Urlaub?

Krach statt Erholung? So können Sie das verhindern

Frei nach Goethe: Im Streit erfährt man etwas übereinander. Im Urlaub auch. Und das kann statt trauter Zweisamkeit und Romantik am Traumreiseziel schnell zu Streit und langen Gesichtern im Urlaubsparadies führen.
Was Sie tun können, um dem vorzubeugen und was hilft, wenn dann doch einmal die Stimmung kippt.

Warum Urlaub Streit sogar befeuern kann

Was haben Urlaub und Feiertage gemeinsam? – Es muss alles perfekt sein. Um jeden Preis harmonisch. Streit, ungeklärte Konflikte; es kriselt sogar? Ein paar schöne Tage sollen diese Brandherde stillen. Am besten natürlich dauerhaft löschen. Gemeinsame Feier- wie eben auch Urlaubstage als (Wunder-) Heilung.
Dass so eine übersteigerte Erwartung scheitern muss, liegt auf der Hand.
Hinzu kommt, dass Paare in den Ferien plötzlich „aufeinander sitzen“. Im Alltag verbringen zwei Menschen schlicht nicht so viel Zeit zusammen. Da ist der Job, da sind die Freunde, die Hobbys, Abschalten vor dem Fernseher am Abend usw. All diese Zerstreuungen sind fort, die Partner nun sozusagen allein mit sich. Genug Potential also, dass sich auch völlig harmonische Paare plötzlich im schönsten Streit wiederfinden.

Vor- und Nachteil des Paarurlaubs: Nähe

So ungewohnt eng beieinander, wie man es im Alltag einfach nicht ist, kann es schnell zu den ersten Reibungen kommen. Macken, Angewohnheiten, all das ist plötzlich sehr viel präsenter. Und schon kann der erste Streit aufflammen. Aufeinander eingehende und sich zurücknehmende Partner finden in dieser Situation recht schnell wieder zueinander zurück. Die Urlaubssituation ist ein guter Anlass, Differenzen schneller beizulegen und anstoßende Themen nicht zu vertiefen.
Schwierig wird es erst dann wirklich, beziehen beide mit ungeklärten, schwelenden Differenzen das Hotelzimmer. Bei ihnen addieren sich diese Konflikte noch zu der ungewohnten, großen Nähe dazu – viel Potential für Streit. Und viel Potential, dass Marginalitäten plötzlich aufgebauscht werden und als ständiger Zündstoff den Urlaub begleiten.

Streit ist auch im Urlaub normal. Nehmen Sie ruhig einmal Abstand voneinander und tun Sie Dinge getrennt. Umso mehr genießen Sie ihn dann wieder, so wie hier, wieder Ihre Urlaubszeit gemeinsam.

Was tun, wenn es kracht?

Sie sind am Reiseziel angekommen, haben sich eingerichtet. Es entsteht eine ungünstige Situation, ein Wort gibt das andere und schon ist der Streit da.
Die gute Nachricht darin: das kennen Sie auch aus dem Alltag. Ob Sie sich zuhause arrangieren, wobei es zu unterschiedlichen Ansichten kommen kann, oder eben am Urlaubsort – Streit ist normal. Und das ist er auch auf Mallorca, in L.A. oder auf Sylt.
Der leider erschwerende Umstand ist, dass Sie im Urlaub aufeinander angewiesen sind. Sie können sich nicht so einfach aus dem Weg gehen und zur Not auch Ablenkung bei Ihren Freunden suchen. Aber: Sie haben den Vorteil, nötigen Abstand zu nehmen und leicht Zerstreuung zu finden. Verlassen Sie das Hotelzimmer, gehen Sie spazieren, lassen Sie sich von den ganz neuen, anderen Eindrücken Ihres Ferienortes einnehmen. Das führt recht gut Beruhigung nach dem Streit herbei und macht die Versöhnung leichter möglich.
Sehen Sie viel Konfliktpotential, sprechen Sie sich ab und unternehmen Sie Dinge getrennt. Während der Eine am Strand liegt, macht sich der Andere zu einem Sightseeing auf, oder, oder … Auch das hilft, sich wieder zu sammeln und aufeinander zu freuen.
Etwas Aktives, wie Wandern oder Biken können Sie auch gemeinsam machen. Sie haben größeren Fokus auf die Aktivität selbst als aufeinander. Die wirklich gemeinsame „Pärchenzeit“, die Sie danach miteinander verbringen, gestaltet sich sofort anders. Eben harmonischer.

Bei häufigem Streit oder echten Krisen: Urlaub stornieren?

Natürlich scheint das als das Naheliegendste. Probleme packen sich immer mit in den Koffer und sorgen dafür, dass sich Ihr Streit nur an einem weiteren Austragungsort verlagert. Unter solch schwierigen Vorzeichen die Ferien antreten zu wollen ist selbstredend nicht optimal.
Alles stornieren müssen Sie dennoch nicht. Versuchen Sie dann aber möglichst, noch vor Reiseantritt Konflikte zu klären. Das soll nicht heißen, dass Sie eine Versöhnung auf Termin anstreben sollen. Treffen Sie ein Friedensübereinkommen. Das erfordert während des Urlaubs von Ihnen beiden, das Problem völlig ruhen zu lassen. Nehmen Sie sich zurück, auch wenn es schwer fallen mag. Alles andere führt nur zu neuem Streit.
Wieder zuhause, hat sich solch ein Urlaub vielleicht sogar als hilfreich erwiesen, wieder zueinander zu finden. Sie haben sich wieder positiv und als Paar wahrnehmen können, was im Alltag nicht leicht möglich war. Diese gemeinsame Auszeit kann sich als die nötige Unterstützung erweisen, endlich eine Lösung des Problems zu erarbeiten.

Achtung: Kann! Wie oben schon erwähnt ist Urlaub kein Heilmittel und tatsächlich eher selten eine Hilfe. Für wirklich entzweite Paare schon gar nicht. Prüfen Sie daher die Schwere des Beziehungsproblems. Handelt es sich um tiefsitzende Differenzen, die sich nicht ausräumen oder zumindest mildern lassen? Geht es um Vertrauen, steht sogar die Bindung selbst infrage? Dann ist es tatsächlich ratsam, auf einen gemeinsamen Urlaub zu verzichten.
Lieber Storno als Streit – so einfach wie konsequent sollten Sie es in diesem Fall dringend halten.

Streit im Urlaub – Damit umgehen oder gleich umgehen:

1.    Kleiner Anlass zum Streit? Legen Sie keinen Fokus mehr darauf.
2.    Nehmen Sie sich zurück und gehen Sie aufeinander ein – Ihre gemeinsame Zeit hat jetzt Vorrang.
3.    Abstand nach einem Streit tut gut. Gehen Sie – nach Absprache – eigenen Aktivitäten nach.
4.    Aktiv- oder Abenteuerurlaub lenkt den Schwerpunkt auf die Aktivität. Nicht aufeinander und störende Eigenschaften.
5.    Urlaub trotz Krise: Klären Sie Probleme vorher. Vereinbaren Sie „Waffenstillstand“.
6.    Beobachten Sie die Streitqualität und disziplinieren Sie sich. Lassen Sie Kleinigkeiten nicht ausufern zu großen Krächen.
7.    Ihre Beziehung steht grundsätzlich auf tönernen Füßen? Die Konflikte sitzen zu tief? Dann tun Sie sich beide mit der Reise keinen Gefallen. Stornieren Sie sie lieber.


Zurück zum Seitenanfang  | Zurück zur Themenübersicht