Kolumne Erfolgsstory

Meine persönliche Erfolgsstory – Thema für ein Date?

von Regina Swoboda

Soll ich oder soll ich nicht? Das ist hier die Frage. Frauen und Männer, die Erfolg im Job haben, sind oft unsicher, ob sie das beim Date ausplaudern sollen. Besonders Frauen machen nicht selten ein riesengroßes Geheimnis um ihr Karriere-Hoch. Ihre Sorge: Dann nehmen die Männer möglicherweise ruckzuck Reißaus. Könnte ja sein, dass er sich unterlegen fühlt. Dass ihr Erfolg an seinem Ego kratzt. In der Folge machen sie sich kleiner als sie wirklich sind. Ich weiß beispielsweise von einer Professorin, die sich Männern gegenüber als Lehrerin ausgegeben hat. Dabei muss sie sich auch in der Liebe nicht mit ihrem Potenzial verstecken. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass Männer erfolgreiche Frauen meiden wie Vampire das Tageslicht. Im Gegenteil: Erfolg macht sexy. Ein Aphrodisiakum. Garantiert.

Entscheidend ist allerdings, wie sich die Frau verhält. Macht sie es in der Liebe wie im Job? Verhält sie sich ihm gegenüber wie eine Chefin, die immer alles im Griff hat? Zeigt sie ihm, dass sie ohne Hilfe klarkommt? Signalisiert sie, alles selbst zu können? Wenn ja, dann treibt sie ihn schneller als gewollt in die Flucht. Kein Wunder. Warum sollte ein Mann bei einer Frau bleiben, wenn er das Gefühl hat, er werde nicht gebraucht. Was soll er denn anbieten, wenn sowieso schon alles läuft? Also tritt er den Rückzug an. Nicht etwa weil die Frau auf der Erfolgswelle ganz oben mitschwimmt. Sondern weil er nicht weiß, wozu sie ihn an ihrer Seite braucht. Dabei hat auch die toughste Chefin ihre weichen Seiten. Die darf sie ihrem Liebsten ruhig zeigen. Weiblichkeit bedeutet auch, sich einfach mal fallen zu lassen und hinzugeben. Und dazu muss man die Zügel auch mal aus der Hand geben.

Auch Männer, die viel verdienen, gehen damit nicht unbedingt hausieren. Klar, es gibt Ausnahmen. Doch in der Regel flüstert er ihr nicht sofort ins Ohr, dass er einen sündteuren Sportwagen fährt und ein luxuriöses Ferienhaus an der Côte d´Azur hat. Denn schnell könnte ihm das als Machogehabe ausgelegt werden. Und das wäre ihm ein Gräuel. Ich höre von Männern oft, dass sie auf keinen Fall angeberisch wirken wollen. Bloß nicht so wie die Typen, die mit dem Porscheschlüssel klimpern, damit sich ihnen die Frauen zu Füßen schmeißen. Also verlieren sie lieber kein Wort über ihre Besitztümer. Ebenso schweigsam sind sie in der Regel, wenn es um ihren Job geht. Aus Angst, dass sie die Frau langweilen könnten.

Niemand ist gut beraten, wenn er etwas vor dem anderen verbirgt oder irgendeine Rolle spielt. Wenn sich einer kleiner macht als er wirklich ist, dann kann das nur eine gewisse Zeit lang gut gehen. Im Endeffekt kommt die Wahrheit sowieso heraus. Denn keiner kann sich auf Dauer verstellen. Geheimhaltung ist nämlich sehr anstrengend. Man muss sich genau überlegen, was man sagt und was nicht. Bald geht nichts mehr locker über die Lippen. Man wirkt angestrengt, verspannt. Oft entsteht auch der Eindruck, man sei reserviert. Klar, das ist weder sexy noch attraktiv. Bleiben Sie also sich selber treu. Stehen Sie zu dem, wer Sie sind und was Sie leisten. Spielen Sie mit offenen Karten. Auch wenn Sie anfangs das Gefühl haben, etwas zu riskieren, wagen Sie den Sprung. Es lohnt sich.

Ihre Regina Swoboda


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