Das richtige Tempo beim Kennenlernen

Kennenlernen: Es kann schnell gehen. Muss es aber nicht.

Jeder weiß es, Online-Dating verläuft anders als das klassische Kennenlernen. Es dreht den althergebrachten Ablauf nämlich um, denn sich persönlich zu begegnen markiert nicht mehr den Beginn, sondern ist das (vorläufige) Ziel des Kontaktes. Die Bedeutung dieses „Offline“-Momentes ist aber gleich geblieben: Stehen sich beide endlich gegenüber und bekommen den vollen Eindruck voneinander, entscheidet sich wirklich, ob es passen könnte – oder eben, bei aller Sympathie, eher nicht.

Je größer online die Übereinstimmung und der Schriftwechsel bereits sind, desto größer der Wunsch, sich endlich auch zu einem Date zu verabreden. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt gekommen, danach zu fragen? Oder umgekehrt auf den Vorschlag eines Treffens einzugehen?

Schnell ist nicht unbedingt immer gut

Das wissen Sie natürlich. Auch, dass das besonders für das Tempo beim Kennenlernen gilt. Und ebenso, dass es dabei immer auf den einzelnen Menschen ankommt. Der Eine nimmt es leicht, ihm reichen ein paar Fotos und sympathische Zeilen, um den nächsten Schritt zu tun. Der Andere ist scheuer. Er braucht länger, um für ein Treffen bereit zu sein. Er möchte mehr lesen von der Person hinter dem tollen Profil, ihn vorher vielleicht auch schon einmal am Telefon hören.
Hier ist es am schneller Entschlossenen, sich zu bremsen, der Langsamere gibt das Tempo vor.

Wie kann man erkennen, ob der Gegenüber noch Zeit braucht?

Es mag manchem ein wenig wie der Blick in die Kristallkugel vorkommen. Gerade, wenn das Kennenlernen in seinen Anfängen steckt und beide naturgemäß noch gar nicht voll übereinander im Bilde sind. Bei einem ersten Date auch live sehen würde man den anderen schon gern … Aber das Risiko ist groß, SIE/IHN mit einer zu schnellen Einladung zu überrumpeln. Und dann kommt es zu gar keiner Begegnung.
Verlassen Sie sich hier auf Ihren zuverlässigsten Berater, Ihre Intuition. Drosseln Sie zu ihren Gunsten Ihre Begeisterung für Ihren Kontakt ein wenig. Nur dann kann die berühmte innere Stimme zu Wort kommen. Was sagt Ihnen Ihr Bauchgefühl mit Blick auf Signale, die der andere gesendet hat? Wie lesen sich seine Nachrichten, wie sein Profiltext? Lässt sich dort heraus lesen, dass ein durchaus offener, spontaner Single auf Ihren Vorschlag zum Date eigentlich nur noch wartet? Oder präsentiert sich Ihr Kontakt etwas zurückhaltend und wäre eher dankbar, noch etwas Zeit bis zum persönlichen Kennenlernen zu bekommen?

Würde der Andere schon ein Date wollen? Oder verscheucht in die Frage, weil es ihm zu früh ist? Schwierig. Um das zu beurteilen, müssen Sie keine Gedanken lesen können. Sondern einfach Nachrichten, Profiltext, Signale. Der gewonnene Eindruck sagt Ihnen recht gut, ob Sie die Einladung schon passt.

Gibt es zum Kennenlernen überhaupt eine Faustregel?

Sie ahnen es natürlich schon, einen Guide gibt es auch für das Kennenlernen nicht. Ein paar kleine Grundregeln dürfen allerdings schon beachtet werden.
So gilt für die Mehrheit der Singles, dass sie sich eher überfallen fühlen, kommt gleich mit der ersten Zuschrift auch die Einladung zum Date. Und auch der Vorschlag eines Telefonates, nebst sofortiger Zusendung der Rufnummer, überrumpelt in der Regel sogar spontane Singles.
Solche Vorstöße sind einfach zu schnell. Immerhin hat sich jedes Mitglied der Singlebörse für dieses Forum entschieden, um zumindest eine kleine Anlaufzeit zu haben. Heißt, zu schauen, in Ruhe abzuwägen, sich mit zumindest ein bisschen vorherigem Schriftwechsel einen Voreindruck zu verschaffen, ob weitere Schritte erfolgsversprechend wären.

Und ehrlich: Wollten nicht auch Sie ein wenig Sicherheit haben, dass es harmonieren könnte, bevor Sie sich zum Treffen aufmachen? Natürlich kann jedes Spontandate zu einer tollen Überraschung werden! Wenn Sie Ihren Gegenüber aber nicht einmal in Grundzügen kennen, ist das Risiko groß, dass Sie beide nur Höflichkeitszeit miteinander absitzen. Um sich dann, zerknirscht an die verlorene Zeit denkend, offline – wie im Anschluss auch online – wieder zu trennen.

Gewähren Sie Bedenkzeit

Sie haben sich herangetastet und ein Herz gefasst, Ihren Kontakt nun auch zum persönlichen Kennenlernen einzuladen. Die oben schon angesprochenen spontanen Naturen werden Ihren Vorschlag umgehend annehmen. Was aber tun, wenn erst einmal gar keine Reaktion kommt oder Bedenkzeit erbeten wird?
Nehmen Sie das erst einmal nicht persönlich. Gerade zurückhaltende Singles brauchen etwas Zeit. Dass eine Weile nichts auf Ihre Frage hin kommt, kann durchaus damit zusammenhängen, dass der Andere noch eine Antwort abwägt. Mit Desinteresse hat es also nicht zwingend sofort zu tun, müssen Sie etwas warten. Dasselbe gilt, teilt Ihnen Ihr Kontakt mit, über die Einladung nachdenken zu müssen.
In beiden Fällen ist wichtig: erzeugen Sie keinen Druck. Schicken Sie nicht täglich Nachfragen hinterher oder lassen regelmäßig Andeutungen fallen. Damit erreichen Sie das genaue Gegenteil des Gewünschten – Ihr Gegenüber fühlt sich bedrängt und tritt den Rückzug an.
Tun Sie also nicht zuletzt sich selbst den Gefallen, keine Hast zwischen Sie beide zu bringen. Wenn es passt, wird niemand nachrechnen, wie lange Sie gebraucht haben, um zueinander zu finden. Wichtig wird am Ende nur sein, dass Sie zusammen sind.

Die Zeit läuft? Sicher tut sie das, aber niemals in Eile. Niemand wird kritisch prüfen, wie lange Sie auf dem Weg zueinander gebraucht haben. Wichtig ist nur, dass Sie sich gefunden haben.

Sie wurden eingeladen? Nehmen Sie sich Ihre Zeit. Vermeiden Sie aber Missverständnisse.

Sie sind der Kontakt am anderen Ende, also der, der nach einem Date gefragt wurde? Sie zählen nun aber eben nicht zu den völlig offenen und unbefangenen Charakteren, sondern fühlen sich wohler, bekommen Sie etwas Zeit.
Zuerst: das ist vollkommen in Ordnung und Sie gehören damit zur klaren Mehrheit der Suchenden. Selbst in ihrer Natur spontane Singles räumen sich gern etwas Bedenkzeit ein. Nehmen Sie sich aber nicht zu viel davon, ob Sie Interesse an dem Fragenden haben oder eben nicht.
Würden Sie sich gern treffen, Ihnen ist der Zeitpunkt aber noch zu früh, dürfen Sie das natürlich gern sagen. Behalten Sie auch hier nur ein wenig die Zeit im Blick. Wie lange haben Sie bereits Kontakt zueinander und von welcher Qualität ist er? Tauschen Sie sich bereits über tiefergehende Themen aus oder haben Sie beide die Smalltalk– Ebene noch nicht so recht verlassen? Haben Sie den Eindruck, ein persönliches Kennenlernen könnte Ihren Kontakt bereichern oder, blieb es bisher beim Plausch, endlich intensivieren?
Dann sollten Sie nicht zu lange zögern, einem erneuten Vorschlag zum Date zu zustimmen. Oder sie fassen etwas Mut und ergreifen selbst die Initiative.
Lassen Sie Ihrer Zurückhaltung zu freie Hand, riskieren Sie, dass Ihr Gegenüber sich hingehalten fühlt. Bedauerlicher noch, schließt er sogar daraus, dass Sie gar kein Interesse haben. Obwohl es in Ihnen doch ganz anders aussieht.

Vorsicht, Interpretations-Falle

Bei langem Kontakt, ohne dass es zum realen Kennenlernen kam, bekommt häufig die Fantasie zunehmend Wirkungsfläche. Und die ermöglicht, in den Anderen, noch (zu) Unbekannten, zunehmend Eigenschaften hinein zu interpretieren, die er aber nicht mitbringt. Die vielen Vorzüge, die SIE/IHN erst für Sie so spannend werden liesen, müssen nach und nach reinen Vorstellungen weichen. Völlig unbewusst. Ihre Gefühle fliegen dabei immer mehr jemandem zu, der so gar nicht da ist.
Stehen Sie sich dann irgendwann gegenüber, ist die Gefahr sehr groß, dass Sie enttäuscht werden. Es hätte es zwischen Ihnen durchaus passen können, hätten die Wunschbilder nicht genug Zeit bekommen, die realen Pluspunkte des Anderen empfindlich zu verdrängen.

Springen Sie also über Ihren Schatten, lässt jemand Ihr Herz höher schlagen. Zeigen Sie sich dem anderen offen, wenn Sie es innerlich schon längst sind. Lernen Sie sich in natura kennen – und vielleicht sogar direkt lieben.

Erstes persönliches Kennenlernen – erster Kuss? Was spricht dagegen, wenn es passt?

Wie schnell „darf“ man sich verlieben?

Liebe auf den ersten Blick? Zumindest aber maximale Anziehung? Warum nicht? Es hat online harmoniert, die Begegnung „live“ rundet das tolle Bild voneinander ab … Was spricht dann gegen das Herzklopfen, vielleicht sogar den ersten Kuss?
Es gibt keine Terminvorgabe, wann mehr Annäherung und mehr Gefühl erlaubt ist. Stellen Sie sich daher nicht die Frage, wie schnell oder langsam Sie sich verlieben „dürfen“. Sie beide müssen sich einig sein, das ist und bleibt die einzige Bedingung.

Schönes Fazit also: Das Tempo zum Kennenlernen und das, was dann passieren darf, bestimmen Sie beide ganz allein.

Die Tipps zum richtigen Tempo für ein Kennenlernen im Überblick

1. Gut´ Ding darf Weile haben. Der Scheuere gibt das Tempo vor.
2. Erkennen Sie den Zeitpunkt, wann eine Einladung zum Date sinnvoll ist. Den sagen Ihnen Intuition und Zeichen des Anderen.
3. Ihr Gegenüber hat sich für das Medium Singlebörse entschieden, weil ER/SIE etwas Zeit zum Stöbern und Abwägen haben möchte. Berücksichtigen Sie diesen Wunsch.
4. Kleine Regel, die immer gilt: gleich mit der ersten Zuschrift auch zum Date oder Telefonat zu laden, ist regelmäßig zu früh
5. Auch Sie profitieren von einem ersten, zumindest groben Eindruck online, bevor Sie sich treffen.
6. Geben Sie Bedenkzeit. Setzen Sie unter Druck, wird Ihnen Ihr Gegenüber allein deswegen absagen.
7. Zögern Sie ein Treffen immer wieder hinaus, kann der Andere Ihre wahren Gefühle nicht mehr erkennen – und hält Sie für desinteressiert.
8. Ohne Realitätsprüfung hat die Idealpartner-Fantasie ihre Chance. Die untergräbt zunehmend die echten, tollen Eigenschaften Ihres Kontaktes.
9. Es kann mehr werden? Sie „dürfen“ sich so schnell und so langsam verlieben und annähern, so wie Sie beide allein es wollen.

 


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