Smalltalk- Der unterschätzte Kontakthelfer

Der kleine Plausch, Türöffner für die Liebe

Berühmt, berüchtigt, wenig geschätzt: der Smalltalk. Zu seicht, regelrecht platt, die Themen. Das Wetter dabei an vorderster Front. Als leeres Geplänkel verschrien sorgt das kleine Pläuschchen eher für Naserümpfen.
Völlig zu Unrecht! Beim Kennenlernen ist es nämlich einfach unverzichtbar. Denn was, wenn nicht Alltägliches und Unverfängliches sollen zwei sich unbekannte Menschen beim allerersten Mal erzählen?
Also geben Sie dem Smalltalk seine mehr als wohlverdiente Chance. Wie kaum etwas anderes kann er nämlich Ihr echter Helfer und Türöffner zur Liebe sein:

Smalltalk ist wie die Liebe: leicht

Smalltalk bietet nur Platz für Unverfängliches. Heißt, keine schwere Gesprächskost. Er bietet Themen, die Sie positiv starten können. Lächeln Sie also, wenn Sie mit der Frage einsteigen, wie Ihr Gegenüber das Wetter findet. Das und das leichte Thema sind die perfekte Kombination, der Nervosität Herr zu werden.
Sie wissen nicht, wie Sie den tollen Herren oder die faszinierende Dame ansprechen sollen? Die unkomlizierten Plausch-Themen liefert Ihnen schnell eine gute Idee.

Smalltalk trainiert auch die Körpersprache

Die kleine Plauderei lebt von Ihrer Körperhaltung und -sprache. Und darum trainiert sie diese auch wunderbar. Zeigen Sie beim Smalltalk eine offene Haltung. Halten Sie Ihre Arme frei und locker. Suchen und halten Sie regelmäßig den Blick Ihres Gesprächspartners. Bekunden Sie Interesse an seinem Gesagten mit Mimik und Gestik. Sie werden sehen, wie Sie zunehmend ins Gespräch finden und damit auch Ihre Gesten gelöster werden. Smalltalk ist also nicht nur ein guter Eisbrecher für die verbale Kommunikation. Sondern auch ein tolles „Warm-up“ und Training für die ganz nonverbale.

Neugier aufeinander ist schon da … Aber wie bricht man nun das Eis? Greifen Sie ruhig zum Smalltalk. Das unverbindliche, kleine Pläuschchen ist das perfekte „Warm-up“.

Smalltalk überwindet Schüchternheit

Sie haben bereits interessierte Blicke geerntet. Auch ein scheues Lächeln. Ihr Gegenüber würde so gern den ersten Schritt tun, ist aber einfach zu scheu. Wie erleichternd für ihn/sie, übernehmen Sie die Initiative. Mit Smalltalk gelingt das unverfänglich und leicht. Der Scheue muss nicht schlagfertig sein, nicht krampfhaft seine Gedanken ordnen, eine gute Antwort zu wissen, wenn Sie ihn ansprechen. Zu so herrlich leichten Themen, wie sie der kleine Schwatz bietet, kann jeder sofort etwas Gutes sagen. Und zunehmend entspannt in das „echte“ Gespräch finden.

Auch Smalltalk will geführt sein

So leicht Smalltalk ist, anspruchslos ist er nicht. Sie treffen sich thematisch beim kleinsten gemeinsamen Nenner, dort verharren möchten Sie aber nicht. Dazu muss aber der Smalltalk erst einmal fließen. Und vor allem im Fluss bleiben! Ein paar Beispiele, wie das kleine Gespräch erfolgreich zum „Großen“ werden kann:

Nutzen Sie die Situation

Die jeweilige Situation liefert eigentlich immer beste Vorlage, ins Gespräch zu starten. Fragen Sie zum Beispiel am Telefon, was der/die Andere bis zum Anruf gemacht hat. Treffen Sie sich im Café, können Sie etwa einen im Hintergrund gespielten Song aufgreifen. Fragen Sie, wie Ihr Date diesen Song findet. Auch ein Bummel durch den Park oder die Einkaufspassage liefert ständig neuen Gesprächsstoff. Ganz natürlich ergibt sich zwischen Ihnen eine lebendige Unterhaltung.

Gemeinsames macht Lust auf den Dialog

Ihr Gespräch fließt, nun müssen Sie es im Fluss halten. Das ist gar nicht schwer. Schauen Sie doch einmal nach Gemeinsamkeiten, fragen Sie nach Vorlieben und Interessen. Die richtige Kombination aus Erzählen und Erfragen hält die Unterhaltung lebendig.  Erzählen Sie von und fragen Sie nach Hobbys, Haustieren oder anvisierten Reisezielen.

Die „Fragen-Formel“

Aufgreifen + anknüpfen + nachhaken = gutes Gespräch
Jede Info aus Smalltalk eröffnet sofort Optionen zur Vertiefung. Sie spielt Klavier. Welche Vorbilder hat sie? Welchen Komponisten spielt sie bevorzugt? Warum? Er fährt Motorrad: Am liebsten allein oder im Club? Welche Route will er noch „erfahren“? Warum? Stellen Sie offene Fragen, die mehr als ein Ja oder Nein erfordern. Das motiviert des anderen, eingehend zu erzählen. Und das Gespräch bleibt wunderbar in Gang.

„Woher aus Hamburg kommst du?“ Stellen Sie Fragen, die mehr als ein simples Ja oder Nein erfordern. Antworten Sie wiederum so, dass sich dem anderen Anknüpfungspunkte bieten. Das hält den Dialog lebendig.

Die „Antwort-Formel“

Berichten + beschreiben + Anknüpfungspunkt bieten = gutes Gespräch
Nicht nur eine Frage, auch eine Antwort darf zum Anknüpfen einladen. Ihr Gegenüber möchte zum Beispiel wissen, wo Sie aufgewachsen sind. Sie könnten nun etwas karg antworten „In Hamburg.“ Bleiben Sie lieber farbig, gestalten Sie Ihre Antwort aus. Hängen Sie vielleicht eine kleine Geschichte an. Kennen Sie vielleicht eine lustige Anekdote? Nutzen Sie die Gelegenheit, zum Lachen zu bringen. Und auf jeden Fall, dem anderen einen Anknüpfungspunkt anzubieten.

Bleiben Sie positiv

Ein voller Erfolg, Sie verlassen merklich die Ebene des Smalltalk. Das Gespräch wird länger, die Themen werden tiefgehender. Achtung jetzt: Tiefergehend heißt nicht „schwerer“. Pflegen Sie weiter die positive Stimmung und sprechen Sie über Heiteres. Umgehen Sie Inhalte, die für Diskussionen sorgen und das Gespräch kippen lassen könnten. Politisches Geschehen oder Religion etwa sollten Sie tunlichst ausklammern. Solch anspruchsvoller Kost können Sie sich noch zur Genüge widmen, wenn Sie sich besser kennen.

Es versteht sich von selbst, dass unschöne Erinnerungen an den/die Ex, Ärgerliches aus dem Job oder Krankheitsgeschichten ebenfalls ausgeschlossen sind.

Kleine Geschenke heben die Gesprächsstimmung

Gemeint sind die verbalen Geschenke. ER ist sehr gut angezogen, hat eine angenehme Stimme? SIE lächelt so strahlend, kann wunderbar erzählen? Was auch immer Ihnen positiv auffällt, sagen Sie es Ihrem Gegenüber. So eine kleine Aufmerksamkeit hört jeder gern und die Gesprächsatmosphäre lockert sich weiter auf.

Nur etwas Vorsicht, dass Sie nicht zu stark „beschenken“. So begeistert Sie sind und es Ihren Gefühlen entspricht, werden Sie nicht überschwänglich. „Du bist der Mensch, den ich immer gesucht habe.“ und Ähnliches ist für diese frühe Phase des Kennenlernens z.B. zu viel. Ein schönes, angemessenes und ehrliches Kompliment ist dagegen immer, sagen Sie, dass Sie sich lange nicht mehr so gut unterhalten haben.

Smalltalk trainiert, braucht aber auch Training

Sie haben es sicher schon gemerkt. Auch zum gelungenen Smalltalk braucht es Übung. Da er so herrlich unverfänglich ist, lässt er sich leicht überall trainieren. Plaudern Sie mit Ihren Kollegen in der Kaffeepause oder mit Nachbarn im Treppenhaus. Ob beim Friseur, mit Freunden, Bekannten … Sie haben so viele Möglichkeiten, Ihre Fähigkeiten im kleinen Plausch zu verfeinern. Lächeln Sie, testen Sie lockere und offene Gesten, haken Sie nach, knüpfen Sie an und streuen Sie Anekdoten ein. Sie werden sehen, dass es Ihnen zunehmend leichter fallen wird, vom Small- in den „Talltalk“ zu wechseln.

Gute Unterhaltung!

Im Überblick: So wird Smalltalk ihr Kontakthelfer

1. Smalltalk liebt es leicht und freundlich: lächeln Sie.
2. Auch der Körper kann Smalltalk. Achten Sie auf offene, gelöste Gesten.
3. Übernehmen Sie die Initiative, ermutigen Sie Scheue mit dem kleinen Plausch.
4.Die Gunst der Stunde: nutzen Sie zum Einstieg, was die Situation an Themen bietet.
5. Gemeinsamkeiten verbinden, auch im kleinen Gespräch. Fragen Sie danach.
6. Stellen Sie offene Fragen, um nachzuhaken.
7. Antworten Sie mit Anknüpfungspunkten für den anderen.
8. Widmen Sie sich nur leichten und heiteren Themen.
9. Kleine Komplimente machen jedes Gespräch sofort schöner.
10. Smalltalk ist niemals kompliziert. Sogar trainieren können Sie ihn leicht. Überall.



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