Unschöne Aufgabe, wenn es nicht passt: Einen Korb geben.

Es passt einfach nicht. So wird Ihre Absage ein freundliches Nein

„Doch nicht mein Typ“, „Nicht die selbe Wellenlänge“, „Entfernung zu groß“ … Warum Sie, trotz netten Kontakts zu Anfang, dann doch einen Korb geben müssen, kann viele Gründe haben. Manchmal lässt es sich gar nicht so konkret in Worte fassen. Da sagt allein das pure Bauchgefühl, dass mehr als Freundschaft nicht entstehen kann.
Vielleicht kommen Sie zu dem Schluß nach einem oder sogar mehreren Dates, vielleicht ist es Ihnen schon nach einer Nachricht klar. Mag der berühmte Funke nicht überspringen, gibt es nur eins: Fair zu sein und auszusprechen, wie Sie es um Ihre Gefühle steht.

Keine Antwort ist auch eine Antwort?

Auch, wenn es verlockend ist, lassen Sie sich nicht verleiten, sich einfach nicht mehr zu melden. Sicher ist das die bequemste Methode. Leider aber auch die frustrierendste für den Gegenüber: Der hat sich ein Herz gefasst, sich vorgewagt, lange über der Nachricht gegrübelt, angerufen, vielleicht sogar bereits Zeit in ein oder mehrere Dates investiert. Investiert hat er in jedem Fall auch erste, zarte Hoffnung.
Das verdient mehr, als den einfachsten Weg zu gehen und künftige Kontaktversuche einfach zu ignorieren.
„Keine Antwort ist auch eine Antwort“ ist in diesem Fall leider eine ganz besonders bittere.
Tauschen Sie gedanklich die Rollen: Auch Sie würden sich eine klare, höfliche Absage wünschen, um mit dieser Bekanntschaft abzuschließen und Ihre Partnersuche gezielt fortsetzen zu können.

Gilt auch für das Korb Geben: Was du heute kannst besorgen …

… das besorge auch gleich. Schon mit der ersten Nachricht wird Ihnen bewusst, dass es bei dieser einen bleiben soll? Das Telefonat oder Treffen hat Ihnen Klarheit verschafft, dass ER oder SIE Ihr Herz nicht höher wird schlagen lassen? Lassen Sie es den/die andere/n wissen. Schieben Sie, wenn Sie für sich Gewissheit haben, dieses „Nein“ nicht auf. Ihr Gegenüber hat ein Recht zu erfahren, dass er nichts falsch gemacht hat.  Auch, dass er nicht abwarten sollte, sondern jemand anderen treffen kann, mit dem es besser passen wird.
Auch, wenn Sie ganz besonders taktvoll sein möchten, machen Sie aus der Absage keine Quasi-Doktorarbeit. Heißt: kurze, freundliche Aufklärung über Ihre Gefühlslage ist ausreichend. Mehr braucht und möchte die/der andere nicht, um die Suche getrost anderweitig fortzusetzen.

Auf der Wartebank … Da bleibt (zu) viel Zeit zum Grübeln. Liegt es an mir? Soll ich noch einmal schreiben? Weiter warten? Lassen Sie den anderen nicht im Ungewissen, wenn Sie sich längst sicher sind. Teilen Sie Ihre Entscheidung so früh wie nur möglich mit.

Nicht alles muss raus

Bei aller Sympathie – die Entfernung zwischen Ihnen beiden ist einfach zu groß und eine Fernbeziehung möchten Sie nicht? Wenn Sie aus diesen Gründen einen Korb geben müssen, ist es leichter, mit der Absage nicht zu verletzen.

Fingerspitzengefühl brauchen Sie allerdings, spricht Sie der Mensch selbst nicht an. Er ist zu klein? Sie zu rundlich? Verpacken Sie Ihr „Nein“ hier in nicht allzu konkrete Ich-Botschaften, wie etwa: „Ich suche einen anderen Typ.“ oder „Ich finde, wir passen nicht zueinander.“
Sie merken, wenn Sie so den Korb geben, ist es deutlich weniger harsch, als stießen Sie dem anderen mit einem „Du bist nicht mein Typ. Zu dick.“ oder ähnlichem vor den Kopf.

Sympathieunabhängig: Wenn es nicht passt, passt es nicht.

Ihr Kontakt ist ein so grundsympathischer Mensch, dass Sie ihn, wenn auch nicht als potentiellen Partner, auf jeden Fall in Ihrer Nähe halten möchten. Sagen Sie es ihm genau so. Aussagen wie „Du bist nett, im Moment passt es aber nicht.“ oder „Ich treffe gerade jemanden und weiß noch nicht, was draus wird.“ befeuern völlig falsche Hoffnungen.
Sagen Sie freundlich aber deutlich, dass Sie beide gern als gute Bekannte oder sogar Freunde weiter in Kontakt bleiben können.

Apropos „Kontakt“: Wenn Sie einen Korb geben müssen, sagen Sie weiteren Kontakt wirklich nur zu, wenn Sie ihn auch ehrlich halten können und wollen! Sich dann doch nicht mehr zu melden und bei Nachfrage mit langen Erklärungen zu vertrösten, ist nicht wirklich fair. Wenn es nicht passt, nicht einmal auf freundschaftlicher Basis, passt es eben nicht. So ist das Leben, keiner ist schuld daran, keiner muss sich dafür entschuldigen. Bloß thematisieren muss man es.

Ach; schon wieder keine Nachricht. Dabei ist er doch online … Sagen Sie weiteren Kontakt wirklich nur zu, wenn Sie ihn auch halten möchten. Stellen Sie den nur aus Höflichkeit in Aussicht, kann das für den anderen schnell in regelmäßiger Enttäuschung enden.

Wie man in den Wald hinein ruft …

Diese Volksweisheit hat nichts von ihrem Wahrheitsgehalt eingebüßt. Wollen Sie höflichen und respektvollen Umgang mit Ihrer Entscheidung, bringen Sie diese auch in höflicher und respektvoller Weise zum Ausdruck. Zur Orientierung: wenn Sie den Korb geben, verfassen Sie ihn im gleichen Stil, in dem der Kontakt zustande gekommen ist. Bei nur einer einzigen Nachricht reicht eine kurze Antwort. Wenn Sie telefoniert oder sich getroffen haben, darf Ihre Email gern ein paar Zeilen mehr umfassen. Oder, noch besser, Sie rufen an.

Auch hier lauert Bequemlichkeit, aber auch Scheu, den Korb geben zu müssen. Freude macht so etwas natürlich keinem. Lassen Sie sich dennoch nicht hinreissen, eine einsilbige SMS oder WhatsApp zu senden. Damit vermitteln Sie dem anderen, seinen Gefühlen keinen besonderen Wert beizumessen und nur schnell aus der Situation heraus zu wollen. So ein Bild soll doch niemand von Ihnen bekommen.
Was würden Sie sich wünschen? Die Antwort darauf lässt Sie dem anderen gegenüber richtigen Ton treffen.

Die Tipps, wenn Sie einen Korb geben müssen, im Überblick 

1. Einfach nichts tun gilt nicht. Reagieren Sie auf den anderen.
2. Wenn Sie sich im Klaren sind, soll es auch Ihr Gegenüber sein – zeitnah!
3. Alles eine Frage des Taktes: Stoßen Sie dem anderen nicht vor den Kopf.
4. Wenn es nicht passt, passt es nicht. Schüren Sie keine falschen Hoffnungen.
5. Sagen Sie es, wie Sie es selbst hören wollten: Höflich und angemessen.



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