Die Schattenseite der Liebe: Was hilft gegen Eifersucht?

Werfen Sie Ballast ab: So bremsen Sie die Eifersucht

Eigentlich jeder kennt sie, die Eifersucht. Bei souveränen Liebenden machst sie sich vielleicht als kurzes, kleines Stechen bemerkbar und ist dann verschwunden. Wenn sie überhaupt auftritt. Wer allerdings mit einem geringen Selbstwertgefühl zu kämpfen hat, sieht seine Liebe in Gefahr, versteht sich der Partner (zu) gut mit einem Vertreter des anderen Geschlechts. Zu groß ist die Angst, verletzt, verlassen und gegen die vielleicht so viel bessere Partie ausgetauscht zu werden. Diese Ängste münden nicht selten geradewegs in Streit, unter Tränen fallen ungerechtfertigte Vorwürfe und werden sogar Kontaktverbote ausgesprochen. Alles zulasten des schuldlosen Partners, der Beziehung und zuletzt auch des eigenen Seelenfriedens.
Die meisten von Eifersucht gequälten Menschen wissen nicht nur darum, sie leiden auch unter ihren so negativen Gefühlen. Dennoch können sie, kommt es wieder zu einer für sie schwierigen Situation, nicht aus ihrer Haut.

Ein paar Tipps, wie Sie zu brennende Eifersucht mildern, vielleicht sogar ablegen können:

Machen Sie sich die Auslöser für Ihre Eifersucht bewusst

Die Geschichten hinter extremer Eifersucht sind immer wieder anders. Ergründen Sie, warum Sie die Eifersucht immer wieder so leicht in Gefangenschaft nehmen kann:

Haben Sie Streit und Trennung der Eltern und das Zerbrechen der Familie erlebt, weil es Untreue gab? Oder mussten Sie schon eigene Erfahrungen mit dem Betrogen- und Verlassenwerden machen?
Bringt Sie der Gedanke auf, jemand anderes dringe in Ihr Revier ein? Speist sich Ihre Eifersucht aus der Quasi-Beleidigung, dass jemand Annäherung bei Ihrem Partner versucht, obwohl er weiß, dass ER/SIE vergeben ist?
Oder, etwas pikanter, haben Sie vielleicht selbst einen Hang zur Treulosigkeit? Dem vielleicht auch schon nachgegeben und fürchten Sie nun die Retourkutsche des Partners? Oder ist es schlicht diffuse Angst, da Sie aus eigener Erfahrung wissen, wie leicht ein Seitensprung gelingen kann?

Welcher Typ sind Sie? Das zu erkennen, hilft dabei, sich bei einer Auseinandersetzung besser zu erklären. Und das wiederum hilft Ihrem Partner ungemein, Sie und Ihre Gefühle zu verstehen.

Was genau fürchten Sie?

Von den drei oben genannten Eifersuchts-Typen ist der erste der Häufigste. Für ihn gilt leider: Je stärker seine Liebe, desto größer ist auch sein Leidensdruck. Das eigene Selbstbewusstsein reicht nicht aus, um sich so liebenswert zu fühlen, dass ihn der Partner nicht leicht gegen etwas besseres austauschte.

Erforschen Sie Ihre negativen Gefühle im Detail: Sind Sie eher emotional oder sexuell eifersüchtig? Welcher Gedanke treibst Sie besonders um? Dass sich Ihr Partner eine Affaire sucht? Oder dass er jemand anderem menschlich näher ist? Dass vielleicht irgendwann  sein vermeintlich wahrer Seelenverwandter auftaucht und Ihnen den Partner nimmt?

Aktuelle Studien zum Thema Eifersucht zeigen übrigens, dass es zwischen Mann und Frau gibt kaum Unterschiede gibt, was diese Ängste betrifft. Ob eher emotionales oder körperliches Fremdgehen befürchtet wird, hängt absolut nicht vom Geschlecht ab, sondern von der individuellen Erwartung an die Partnerschaft.

Wem schreibt er eigentlich da? Und warum? Sehen Sie jetzt genau hin: Warum nagt die Eifersucht an Ihnen? Fürchten Sie die sexuelle Untreue oder die emotionale? Woraus speist sich Ihre Angst?

Es gibt sie und sie ist erlaubt: Die „gesunde“ Eifersucht

Den anderen nicht verlieren zu wollen und wachsam zu sein ist erst einmal nichts Schlechtes. Ganz im Gegenteil. Diese „gesunde Eifersucht“ hält die Aufmerksamkeit füreinander wach und die Beziehung spannend. Auch nach vielen Beziehungsjahren wollen die Partner einander gefallen, werben umeinander, machen einander öfter eine Freude durch kleine Mitbringsel oder schöne Unternehmungen. Auch nach Jahren vergessen beide nicht, wie wichtig ein liebevolles Wort ist und kleine wie große Streicheleinheiten sind.

In dieser Form ist Eifersucht ein feuriger Liebesbeweis. SIE kommentiert etwas spitz das Outfit der hübschen Nachbarin? ER spöttelt ein wenig über das Kompliment ihres attraktiven Kollegen? Zwischen den Zeilen sind dies echte Wertschätzungen, über die Sie sich freuen können: „Ich kämpfe um dich. Ich weiß: du bist auch für andere attraktiv, denn sie sehen dasselbe wie ich.“

Dann ist es zu viel

Es ist zu viel, wenn die Bilder anlasslos in Ihrem Kopf überhand nehmen. ER unterhält sich nur? SIE hat sich nur bei jemandem bedankt? Dennoch sehen Sie schmachtende Blicke, erkennen geheime Zeichen und Flirtsignale.

Es ist zu viel, wenn Sie kontrollieren wollen. Sie wollen die Kontaktlisten im Handy Ihres Partners auf fremde Namen prüfen, Nachrichten lesen, Anrufe mithören. Ist Ihr Partner außer Haus, muss er eng getaktet Bericht ablegen und entsprechend immer erreichbar sein. Reagiert er auf noch so häufige Anrufe und Nachrichten nicht sofort, werden Sie vorwürflich und  aggressiv.

Es ist zu viel, unterziehen Sie Ihren Partner Verhören. Warum ist ER/SIE nicht ans Handy gegangen? Warum dauerte der Abend mit den Freunden so lange? Können Ihnen Kollegen oder der Chef SEINE/IHRE Überstunden bestätigen?

Es ist zu viel, setzen Sie Ihren Partner in jeder Form unter Druck: „Du bist doch ohnehin nicht treu!/ Ich kann nicht mehr!/ Wenn du nicht …, dann mache ich Schluss!“, usw.

Es ist zu viel, wenn Sie Ihre Beziehung zunehmend nicht mehr genießen können, weil Sie in jeder Situation Gefahr für Ihre Liebe sehen. Ob Sie nun bei Ihrem Partner Neigung zur Untreue ausgemacht haben wollen oder ob Sie sich immer wieder bedroht sehen, weil Ihnen jemand Ihren Partner abspenstig machen will.

Konkret: Das können Sie gegen Eifersucht tun

1. Stellen Sie sich Ihrer Eifersucht

Verdrängen oder überspielen Sie Ihre Gefühle nicht. Ist es zum Eklat gekommen, suchen Sie keine Ausflüchte dafür, sondern stehen Sie zu Ihren Ängsten. Sprechen Sie in Ruhe mit Ihrem Partner darüber, lassen Sie ihn nicht darüber im Dunkeln, was Sie umtreibt.
Befinden Sie sich wieder in eine Situation, in der Sie ein neues, emotionales Tief fürchten müssen? Fragen Sie sich dann, ob es einen Anlass für Ihre Gefühle gibt. Haben Sie wirklich konkrete Hinweise, dass Ihr Partner Sie betrügt? Prüfen Sie die Realität, denn genau der hat die Eifersucht schnell nichts mehr entgegen zu setzen.

Wenn düstere Fantasiegebilde von Untreue durch Ihren Kopf spuken, setzen diesem Spuk mit Bildern der Realität ein Ende: Besinnen Sie sich genau jetzt auf  all die schönen Augenblicke, die Sie tatsächlich miteinander erlebt haben.

2. Setzen Sie düsteren Bildern die echten, guten Ihrer Partnerschaft entgegen

Die Bilder lassen Sie nicht los: ER gerade in den Armen einer anderen Frau, SIE ganz am Handy versunken in Liebesbotschaften von einem anderen Mann.
Lassen Sie nicht zu, dass diese belastenden Gedanken ständig das Ruder übernehmen. Setzen Sie ihnen Erinnerungen an echte, innige Momente Ihrer Beziehung entgegen. Machen Sie sich damit klar: Es hat einen Grund, dass SIE/ER mit Ihnen zusammen ist. Zwischen Ihnen ist Liebe, Einigkeit, Harmonie. Sie haben es erlebt! Und es warten noch viele schöne Momente, in denen Sie es wieder erleben werden.

3. Stärken Sie Ihr Selbstvertrauen

Sie haben bisher jeden Aspekt Ihres Lebens mit Ihrem Partner geteilt? Sie machen im Grunde nichts mehr ohne ihn an Ihrer Seite? Sichern Sie sich wieder ein Stück Ihres eigenen Lebens, machen Sie wieder Dinge ohne den Partner. Schließen Sie sich wieder öfter Ihren Freunden an. Vielleicht reizt Sie eine Kurzreise in einer Gruppe? Entdecken Sie einen Sport, der Ihnen Freude macht. Besonders Letzterer ist ein kleines Wundermittel, baut er doch Stress ab, setzt Glückshormone frei, hält jugendlich, fit und sorgt für ein gutes Körpergefühl. Das wiederum wird Ihr Selbstbewusstsein wunderbar stärken.
Aber auch, wenn Sie keinen Sinn für Sport haben: Die beste Stärkung des Selbstbewusstseins ist jedes eigene Hobby.

4. Definieren Sie Regeln

Wie schon erwähnt, gibt es Erwartungen an eine Partnerschaft. Die kann bei jedem anders sein und auch das Empfinden, wann Treue endet, ist durchaus unterschiedlich.
Klären Sie daher unbedingt gemeinsam, was okay ist und wo Ihrer beider Schmerzgrenze liegt: Kann SIE männliche Freunde haben und treffen? Darf ER abends auf der Piste mit anderen Frauen flirten? Darf der andere alle Nachrichten mitlesen und Anrufe mit hören?
Was auch immer Ihnen wichtig ist, bringen Sie es vor und legen Sie daraus die Regeln fest. Haben Sie diese nun gemeinsam definiert, haben Sie klare Orientierungspunkte, an die Sie sich halten können.

5. Für den Partner

Helfen Sie dem eifersüchtigen Part, auf Ihre Gefühle und Wertschätzung ganz zu vertrauen. Das können Sie sehr leicht, einfach mit liebevollen Gesten und Worten. Ein spontanes Kompliment, ein kleines Präsent …  All das stärkt das gemeinsame Band und das Vertrauen des anderen darin. Es zeigt in schönster Weise, wie wichtig Ihnen Ihr Partner ist, dass Sie für ihn da sind und er daran glauben darf, dass es so blieben wird.

 

Eine wichtige Bitte zum Schluß:

Dies sind nur Tipps, die Ihnen helfen können, der Eifersucht nicht die Kontrolle zu überlassen. Wenn Sie aber merken, dass Sie allein an Ihre Grenzen kommen, sollten Sie keine Scheu haben, in eine Therapie zu gehen. Ganz im Gegenteil: Seien Sie stolz auf diesen Schritt. Sie haben das Problem erkannt und erdulden es nicht einfach, sondern gehen mutig und aktiv die Lösung an.
Sie werden sehen, wie Sie im Laufe der Zeit das Leben und die Liebe zunehmend werden genießen können. Genau so soll es ja auch sein.

Was hilft gegen die Eifersucht? Der Überblick:

1.    Erkennen Sie die Quelle der Eifersucht
2.    Erforschen und benennen Sie Ihre Ängste genau
3.    Unterscheiden Sie maßvolle und übermäßige Eifersucht
4.    Stellen Sie sich extremer Eifersucht,um ihr Herr zu werden
5.    Prüfen Sie die Realität gegenüber der Eifersucht
6.    Stellen Sie düsterer Fantasie Bilder schöner, echter Momente entgegen
7.    Stärken Sie Ihr „Selbst“ mit eigenen Hobbys und Unternehmungen
8.    Definieren Sie gemeinsam Regeln zu Treue zu Partnerschaft
9.    Sie müssen das nicht allein lösen: Nehmen Sie selbstbewusst Hilfe in Anspruch.


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