Tipps zum Zusammenziehen

Schöner wohnen – Tipps zum Zusammenziehen

Sie denken jetzt vielleicht: „Ich suche noch und die reden schon vom Zusammenziehen.“ Stimmt erst mal. Immerhin endet unser Job, wenn’s funkt. Aus unseren Erfolgsgeschichten – und Liebesgeschichten im Dunstkreis der Dating Cafeler – wissen wir aber: Viele Neu-Paare sind so begeistert vom Zusammensein, dass mitunter schon nach wenigen Wochen die Planungen fürs gemeinsame Nest in vollem Gange sind. Damit da nichts schiefläuft und Sie vor lauter Vorfreude nichts übersehen, haben wir eine kleine Mal-drüber-nachdenken-Checkliste zusammengestellt:

Zur richtigen Zeit …

Wie lange Sie sich vorher kennen sollten? Schwierig, schwierig. Natürlich gibt’s keine Generalregel, nach wie vielen Monaten oder Jahren die Zeit reif ist. Dummerweise ist die Phase, in der der Wunsch danach am stärksten ist, auch die, in der man am wenigsten beurteilen kann, ob das eine gute Idee ist: die endorphingeflutete Wir-reißen-Bäume-aus-Verliebtheit des Anfangs. Ist ja auch logisch. Will man da doch eh 24 Stunden am Tag zusammen sein – warum also nicht gleich die Hausstände zusammenschmeißen?

Auch wenn’s beim Blättern im Ikea-Katalog in den Fingern juckt – hören Sie gaaaanz tief in sich hinein: Sind Sie 100-prozentig bereit für die 2er-WG? Jetzt und überhaupt? Wenn’s geht, üben Sie das Zusammenleben erst mal. Etwa im gemeinsamen Appartement-Urlaub. Noch besser: Teilen Sie sich eine Zeit lang eine Ihrer Wohnungen. Als Alltagstest. Es gibt Paare, die merken: Geht gar nicht! Die behalten dann einfach ihre Wohnungen – und sind glücklich damit. Für Sie geht DAS gar nicht? Dann brauchen Sie …

… den richtigen Ort

Alt- oder Neubau, Stadt oder Land, in meiner oder Deiner Stadt? Nicht leicht. Außer, die Traumbilder decken sich. Treten Sie auf die Bremse: Schlagen Sie nicht bei der erstbesten Bleibe zu, nur um schnell die Füße unter den gemeinsamen Frühstückstisch zu stecken.

Notieren Sie – jeder für sich – Dinge, die Sie sich gern hätten: Balkon, Terrasse, Garten, Badewanne, Gäste-WC, Arbeitszimmer, Ankleidezimmer, Bügel-Zimmer, Speisekammer, Billard-Zimmer? Ein Schlafzimmer oder zwei? Dielen, Laminat oder Teppich? Welche Etage ist ohne Lift (noch) okay? Wie soll/muss die Verkehrsanbindung an? Welche Einkaufs- und Ausgehmöglichkeiten brauchen Sie? Wenn Sie gern ohne Ohropax schlafen – wie viel Außenlärm ist akzeptabel? Dann gewichten Sie Ihre Wünsche. Und dann loten Sie zusammen aus, was ein Muss ist und was eine nette Zugabe. Et voilà: der ziemlich konkrete Grundriss Ihres Zuhauses.

Puh; also da hat SIE jetzt aber gerade so gar keine Lust drauf … Schaffen Sie sich in Ihrer gemeinsamen Wohnung eigene Rückzugsräume, in denen Sie ganz entspannt tun können, was Sie nur möchten. Umso schöner ist es dann, wenn Sie hinterher wieder zusammen sind.

2 Menschen, 2 Bedürfnisse

Anfangs verabreden Sie sich. Wohnen Sie zusammen, sehen Sie sich automatisch. Jeden Tag. „Ist doch toll!“ Durchaus. Nur: Es wird Momente geben, in denen das Verlangen nach Zweisamkeit ungleich verteilt ist. Wohnt man getrennt, heißt es dann: „Du, brauche ein bisschen Zeit für mich. Ich bleib’ bei mir. Bis morgen.“ In der gemeinsamen Wohnung geht das nicht. Auf Dauer aber kann Beide-sind-daheim aber nicht automatisch heißen Wir-verbringen-Zeit-zu-zweit. Manchmal ist es toll, an den eigenen Sachen herumzupuzzeln oder stundenlang zu schmökern. Oder einfach nur allein zu sein.

Schaffen Sie Rückzugsräume. Das kann ein Arbeitszimmer mit Sofa und Glotze sein, um mal einen Abend allein auszuspannen. ER kann dann beim Finale der Champions League und SIE bei Heidi’s Topmodels mitfiebern. Vielleicht ist das Sofa auch eine Schlafcouch. Oder ein zweites Bett. Vielleicht sollten es sogar zwei Schlafzimmer sein? Reden Sie drüber! Jede Nacht zusammen: nicht für jeden das Höchste der Gefühle. Vor allem, wenn der andere nachts Wälder wegschnarcht oder in aller Herrgottsfrühe vom Wecker aus den Federn gejagt wird. Praktischer Nebeneffekt eines Frei-Raums: Mutiert dank Grippe einer zur schwülwarmen 39-Grad-Heizung, hat der andere ein bequemes Nachtlager außerhalb der Bazillenreichweite. Und dabei trotzdem das schöne Gefühl, bloß nach nebenan huschen zu müssen, um einen Knutscher loszuwerden.

Die Ausrichtung bei der Einrichtung

Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. Bei der Einrichtung gibt’s da zwei Möglichkeiten: Beide bringen einen Teil ihres Hausrats und sich bei Neukäufen ein, ihre Wünsche und Ideen also unter einen Hut. Oder einer überlässt dem anderen die Wahl der Wandfarben, Leuchten, Vorhänge und Möbel – und riskiert, am Ende in einer fremden Wohnung zu leben.

Womit wir beim nächsten Argument für je ein eigenes Arbeits-, Schlaf- oder Was-auch-immer-Zimmer sind: Hier darf sich jeder nach Gusto austoben. Er darf sein Ledersofa und den heiß geliebten Recaro-Rennsitz-Bürostuhl behalten, sie ihren antiken Schminktisch und Omas Art déco-Kommode. Im Nest-Rest wird zusammengestellt, was zusammenpasst. Und durch Neues ergänzt.

Ein Mix aus alt und neu, aus Billy-Regal, Club-Sessel und ligne roset-Tisch – das kann viel Charme haben. Machen Sie Listen: Was kann weg? Was sind unweggebbare Lieblingsstücke? Sind’s zu viele, beratschlagen Sie, was gehen muss. Abnehmer finden sich leicht: In Familie und Freundeskreis, auf dem Flohmarkt oder via ebay Kleinanzeigen – und wenn in Ihrer Anzeige steht „Nur für Selbstabholer“, haben Sie nicht mal Stress mit Versand oder Transport.

Wichtig bei alldem: Mal setzt er seine, mal sie ihre Vorstellungen um. Übrigens auch, wenn einer beim anderen einzieht – der Neuling soll sich ja nicht fühlen wie ein Dauergast. Die oder der Aufnehmende nutzt einfach die Chance zur Renovierung und stärkt so das Wir-Gefühl.

Das bisschen Haushalt …

Socken, Haare, Trinkglas-Reinheit: Abweichende Vorstellungen von Sauberkeit und Ordnung sorgen anfangs vielleicht für ein Schmunzeln über ihre oder seine Schrullen oder Schludrigkeiten. Auf Dauer können Putzfimmel oder verkrusete Töpfe aber richtig nerven. Treppenhausdienst, Mülltrennung, Badputz, das Tempo, mit dem Wäsche und Ständer – der immer die halbe Küche versperrt – in und hinter Schränken verschwinden: Im Haushalt steckt reichlich Knatsch-Potenzial.

„Ach guck, ’ne Wollmaus. Wie die Steppenroller im Western. Lustig.“ Findet leider nicht jeder. Ein Putzplan muss her! Kennen Sie vielleicht noch aus Ihrer Studenten-WG. Dieser stumme Mahner, der wirkungslos am Küchenschrank pappte – weil der Putzdienst „gerade mal null Kopf für Nebensachen wie den Haushalt“ hatte. Die Lösung: eine Putzfrau. Wenn’s das Budget hergibt. Gibt’s eigentlich auch Putzmänner? Eine Raumpflegekraft eben. Auch wem Staub und Chaos nichts ausmachen, freut sich in der Regel, wenn’s ordentlich sauber ist. Beim Geschirrspülen, Müffel-Socken-in-die-Trommel-Werfen und Klorollen-Nachlegen bleibt aber nur eins: mitdenken und machen.

Und der Einkauf? Wie wär’s mit einem Wir-Ritual: Samstags Äpfel und Möhren vom Bauern auf dem Markt einsammeln, dann gemütlich frühstücken gehen und anschließend im Supermarkt den Wocheneinkauf eintüten. Schon ist der Vorrat genussvoll aufgefüllt.

Traurige Aussichten: Wenn Sie kommen, muss er gehen? Tun Sie das weder ihm noch Ihrem Partner an. Finden Sie lieber gemeinsam eine Lösung, kommen Sie sich entgegen.

Ein Heim für Tiere?

Frettchen, Anakonda, Molukkenkakadu: Viele Herrchen und Frauchen lieben Ihre pelzigen, schuppigen oder gefiederten Mitbewohner als wär’s der eigene Nachwuchs. Und von diesen treuen Wegbegleitern soll man(n) oder frau sich trennen – weil der neue Zweibeiner im Haus keine tierische Aufmerksamkeitskonkurrenz mag?

Stellen Sie Ihr Herzblatt nicht vor die knallharte Wahl: er/sie/es oder ich. Wie wär’s, die vier-, zwei- oder nullbeinigen Schützlinge zu adopTIERen? Aber unbedingt klären, an wem dann für Futter, Tierarzt und Gassi gehen hängen bleiben. Und wie viel Bewegungsfreiheit die Tiere haben. Sie teilen Ihr Bett gern mit Bello oder Miezi? Sorry, liebe Hundemamas und Katzenpapas: Ihre haarigen Freunde sollten sich eindeutig eher ans Körbchen gewöhnen als Ihr Schatz an ein hechelndes oder schnurrendes Kopfkissen.

Spezialfall: Allergien. Da ist eine Sonderlösung nötig. Vielleicht findet sich ja ein neues Zuhause im Bekanntenkreis – doppelt gut: Ihr Liebling ist gut aufgehoben und nicht aus der Welt.

Das liebe Geld

„Ihr heiratet? Da spart ihr ja schön Steuern.“ Als ob’s nur darum ginge. Was Wahres ist aber dran: Zwei Leben zu bündeln, ist in der Regel (auch) bares Geld wert. Bei den Wohnkosten etwa. Leider hört beim Geld nicht nur manche Freundschaft auf. Sorgen Sie vor:

„Meins ist Deins.“ Auch wenn Sie das erst mal von Herzen so meinen: Regeln Sie Ihre Finanzen – damit die nicht irgendwann zum Zankapfel werden. Sie haben getrennte Konten und das soll auch so bleiben? Das ist in Ordnung. Man muss nicht alles teilen. Außerdem verhindert das „eigene“ Budget den beliebten Wofür-verpulverst-Du-immer-UNSER-Geld-Zoff.

Zur großen Liebe gehört großes Vertrauen – und für Sie darum EIN Konto? Tasten Sie sich ran: mit einem Haushaltskonto, auf das beide monatlich die halbe Miete und einen fixen Extra-Betrag überweisen. Ein prima Test, wie es mit der Haushaltsdisziplin aussieht. Und: Reparaturen oder Neuanschaffungen reißen so nicht auf einen Schlag ein Riesenloch. Übrigens auch ein guter Schutz vorm Horrorzinsen-Dispo.

Vorausschauen statt Nachsehen

Zusammenziehen und Heiraten haben eins gemeinsam: Wer in guten an die schlechten Zeiten denkt, erspart sich im Zweifel eine Menge Ärger. Beispiel Ehevertrag: Der mag unromantisch sein. Dabei ist er bloß ein Stück Papier, das still und unsichtbar in der Schublade schlummert. Kommt es doch zur Trennung, hilft er kolossal, weil zentrale Punkte klar geregelt sind.

Konkret: Gleiche Rechte, gleiche Pflichten. Lassen Sie sich beide als Hauptmieter eintragen. Auch wenn einer beim anderen einzieht. Und bei Neuanschaffungen behalten Sie – wenigstens ein klitzekleines bisschen – im Hinterkopf: Was passiert mit Luxus-Bett und Kaffee-Vollautomat, wenn’s doch mal auseinandergeht? Teilen wir alle Anschaffungskosten? Kauft der eine dies, der andere das? Klar ist: Je mehr Sie zusammen kaufen, desto schwieriger KANN das Wer-kriegt-was werden.

Ist Ihnen alles zu vernünftig bis düster? Wo’s doch um Liebe geht. Ein bisschen vielleicht. Doch auch mal an morgen und übermorgen denken, hat noch nie geschadet. Ganz im Gegenteil: Es schafft ein solides Fundament für ein Leben zu zweit. Und dagegen kann nun wirklich keiner was haben.

Die besten Zusammenzieh-Tipps im Überblick:

1.    Wann geht’s los – Zusammenleben testen, nichts überstürzen.
2.    Wo geht’s hin – Wohnwünsche notieren und übereinanderlegen.
3.    Wie nah soll’s sein – Freiräume schaffen.
4.    Wie sieht’s aus – gemeinsam über die Einrichtung entscheiden.
5.    Wer macht was – Haushalt fair teilen, gegebenenfalls Hilfe holen.
6.    Wer darf (wo) rein – Haustiere mitnehmen, aber nicht überall hin.
7.    Wer behält was – mit einem gemeinsamen Haushaltskonto starten.
8.    Wer zahlt was – bei Mietvertrag und Neuanschaffungen an morgen denken.



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