Die perfekte Ergänzung? Testen Sie Ihre Gemeinsamkeiten: Teil 1

Passen wir zusammen? Der Test, Teil I

Kleiner Hinweis zum Einstieg: Verstehen Sie unsere Check- nicht als Abhakliste, an der Sie nun Ihre Partnerschaft abgleichen sollen! Zu Anziehung und Harmonie gehört sehr viel mehr, als ein paar Parameter zugrunde zu legen. Sie wissen selbst: Liebe ist Emotion und entsprechend komplex, kein plumpes Baukasten-System.
Wozu also diese Faktensammlung?
– Als kleine Hilfestellung: Diese Checkliste soll Sie beim Sammeln und Ordnen Ihrer Wünsche und Bedürfnisse in der Partnerschaft unterstützen. Was z.B. kann, muss aber nicht? Und was dagegen ist für Sie ein Muss?
– Sie haben hiermit einen Themenlieferanten: Vielleicht finden Sie hier einen Aufhänger für erste Nachrichten, für den Smalltalk beim Telefonat, genauso wie für tiefergehende Gespräche, wenn Sie beide sich länger kennen.
– Gemeinsamkeiten stärken das Wir-Gefühl: Gemeinsame Werte, Interessen und Anschauungen verbinden nicht nur, im Laufe einer Beziehung bekommen sie auch immer mehr Gewicht. Nur, wer wichtigste Pfade gemeinsam beschreitet, kann aus Verliebtheit Liebe werden lassen.

1. Passen die Interessen?

Das Gute: dass zwei Menschen nicht die allergeringste Gemeinsamkeit haben, gibt es einfach nicht. Und teilen Sie nur die Vorliebe für gutes Essen, Kriminalromane oder Sonnenbaden. Soll Ihre Beziehung unterhaltsam bleiben, braucht es auf Dauer natürlich mehr.

Wie kann man eintönigen Beziehungsalltag verhindern? Schauen Sie sich einfach einmal um, in Ihrer Nähe winkt ganz sicher Abwechslung. Fußballfans? Wie wäre es mit einem gemeinsamen Stadionbesuch? Werden Sie zusammen sportlich aktiv, engagieren Sie sich ehrenamtlich, besuchen Sie Ausstellungen und Kunst-Workshops, Museen, Konzerte, Kino, Theater. Erleben und entdecken Sie möglichst viel zweit. Das hält nicht nur die richtige Würze in Ihrer Beziehung, es tut Ihnen selbst auch gut.

Fragen Sie sich einfach einmal: Wie sähen typische gemeinsame Wochenenden und Urlaube aus? Könnte ich mit seinem oder ihrem Hobby leben? Egal, wie passioniert es betrieben wird?

2. Passen die Vorstellungen von Liebe und Partnerschaft?

Bei frisch Verliebten stellt sich diese Frage kaum. Die Gefühle passen, der Rest ergibt sich. Wird die neue Liebe aber nach und nach zur soliden Partnerschaft, in der sich beide einfinden wollen, kommt diese Frage wieder zum Tragen. Bringen beide dann im Grunde ganz gegensätzliche Vorstellungen ein, wird es schwierig für die Bindung.

Sprechen Sie also früh über Bedürfnisse, die Sie an eine Beziehung haben. Wie viel Nähe brauchen Sie, wie viel Distanz, wie viele Rückzugsräume? Muss man wirklich alles teilen? Sind getrennte Urlaube erlaubt? Ist es okay, manches nur mit Freunden zu besprechen? Wichtig ist natürlich das Thema Treue. Wie groß ist Ihre Toleranz? Wann sehen Sie die Treue in jedem Fall verletzt?

Achtung: Bleiben Sie, bei allen schönen, überschwänglichen Gefühlen des Anfanges, realistisch. Versprechen Sie nichts, was Sie nicht halten können oder gar wollen.
Erwarten Sie wiederum nichts, was sie erst einfordern oder erkämpfen müssten.

… uuund wieder steht der Bruder vor der Tür! Für den einen ist ein Leben ohne engen Familienanschluss undenkbar, für den Anderen ist es verwandtschaftliche Belagerung. Klären Sie gegebenenfalls unterschiedliche Ansichten. Finden Sie die berühmte „Goldene Mitte“.

3. Passen die Werte und Einstellungen?

Das ist die Gretchenfrage jeder Beziehung. Mitunter wortwörtlich. Auch da kann es, bei aller Moderne, zwischen zwei Menschen schon einmal heißen: „Nun sag, wie hast du’s mit der Religion?“ Steht die Konfession bloß im Pass? Oder ist es wichtig, den Glauben regelmäßig, aktiv zu leben? Glaube und Religion können entzweien, verbinden oder neue Horizonte öffnen. Je nachdem, wie beide Partner diesen Themen gegenüber stehen.

Bei Traditionen ist es ähnlich. Und schlägt sich dies nur im Traum des Einen von der Hochzeit in Weiß nieder, während der Andere mit einer nüchternen Sitzung im Standesamt glücklich wäre. Gleiches gilt für den Umgang mit der Familie. Während dem Einen ein Leben ohne regelmäßige Familienfeiern und Verwandtschaftsbesuche undenkbar wäre, ist dem Anderen so viel „Sippennähe“ eher unangenehm.

Nicht zuletzt können politische Einstellungen spalten. Dabei geht nicht einfach nur um divergierende Parteiprogramme. Hinter einer vertretenen politischen Ansicht steht oft ein bestimmtes Menschenbild und damit eine Überzeugung, wie der Umgang der Gesellschaft untereinander aussehen sollte. Diese Ansicht kann auch den gemeinsamen Alltag prägen.

4. Passt der Charakter?

Die berühmten inneren Werte. Unsere Frage der Woche zum Thema zeigt: Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit und Treue stehen auf den Wunschzetteln ganz oben. Diese Werte sind nicht verhandelbar und festes Fundament für jede Bindung. „Meistens treu“ oder „überwiegend ehrlich“ schließt sich völlig aus.

Immer wieder ein großes Plus: Ähnlicher Humor. Einander zum Lachen zu bringen, gleiche Antennen bei Ironie und Sarkasmus zu beweisen, schweißt zwei Charaktere zusammen. Wer zusammen lachen kann, streitet zudem nicht nur seltener, sondern auch weniger heftig.

Fast schon zu vernachlässigen, da fest vorausgesetzt, sind Charaktereigenschaften wie Pünktlichkeit, Sauberkeit und Ordnung. Zu unterschätzen sind sie aber nicht, denn sie prägen den Alltag. Da müssen es nicht immer die Extreme sein. Etwa, dass SIE ständig Stunden zu spät ist. Oder ER die Küche regelmäßig als ein Schlachtfeld zurück lässt. Manchmal reicht zum Zerwürfnis auch das kleine, regelmäßige Sockennest auf dem Boden oder die ständigen 5-10 Minuten, die er immer auf sie warten muss.

Fragen Sie sich ehrlich: Nehme ich den Partner mit diesen kleinen Unarten an? Investiere ich einfach keine Energie in diese letztlich unwichtigen Ärgerlichkeiten? Oder bringen mich die hartnäckig gepflegten Macken auch beim hundertsten Mal noch auf?
Helfen kann bei Differenzen letztlich nur eines: Erweisen Sie sich als so kritikfähig und kompromissbereit, wie und so gut es geht.

5. Passen Temperament und Selbstsicherheit?

Die Temperamente müssen nicht gleich sein, um eine harmonische Beziehung zu führen. Oft sind unterschiedliche Temperamente sogar eine Bereicherung: Der Ruhige drosselt den Hitzigen, der feurige Part wiederum lässt den Ruhigen an seiner Begeisterungsfähigkeit teilhaben.

Schwierig wird es bei starken Unterschieden im Selbstbewusstsein. Zu leicht kann es passieren, dass der Stärkere den Zögerlichen dominiert. Oder der Ängstliche wird zum eifersüchtigen Aufpasser, der den Partner kontrolliert. Auch kann Streit schnell unverhältnismäßig werden. Gerade wer sich wenig souverän fühlt, versucht dies gern mit Angriffslust und (zu) starken Worten zu kompensieren. Auch Machtspiele und Kämpfe um das letzte Wort können Anzeichen von Unsicherheit sein.
Offene Gespräche über Stärken und Schwächen, über Ängste und Erwartungen helfen, Reaktionen zu verstehen – und verständnisvoller zu reagieren.

Hier geht es weiter mit Teil 2.

Teil 1 des Gemeinsamkeiten-Checks im Überblick:

1.    Welche Interessen verbinden?
2.    Passen die Vorstellungen von Liebe und Partnerschaft?
3.    Sind Werte und Einstellungen kompatibel?
4.    Die Charakterfrage: Wie harmonieren die inneren Werte beider?
5.    Temperament und Selbstsicherheit: Sind beide etwa gleich stark?



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